I. Alte Zuiko Makroobjektive am Olympus Telescopic Auto Extension Tube 65-116

I. Alte Zuiko Makroobjektive am Olympus Telescopic Auto Extension Tube 65-116

In diesem Blog über „alte“ Zuiko Makroobjektive am Olympus Makro Tubus 65-116 wird über Belichtungsreihen von Blende 3.5 – 11 mit Hilfe einer Tulpenblüte und einem Zollstock eine Beurteilungshilfe über diese Objektive vorgestellt. Es werden Naeherungswerte zu Vergrößerungsfaktoren und Arbeitsabständen angegeben. Der variable Olympus Makro Tubus 65-116 stellt eine sehr komfortable Variante von Zwischenringen dar.

Ein kurzes Wort vorweg zur Auswahl der „richtigen“ Objektive. Beginnt man mit der Makrofotografie, stellt sie aufgrund der Anforderungen an Technik- und Praxiswissen oft eine Überforderung dar, zumindest, wenn man sich ernsthaft darauf einlassen will. In Foren finden sich oft Threads mit der Frage, welches Objektiv das richtige sei. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man, wie beim Kauf von Schuhen, auch Objektive „anpassen“ (viele Fotos machen) muss, um dann beim Laufen (Fotografieren) zu ergründen, ob sie für die Anforderungen und Erwartungen „passen“. Die Tatsache. dass bei Schuhen unterschiedliche Arten (Sport, Bergsteigen usw.) gebraucht werden, lässt sich auch auf Makroobjektive übertragen. Für die Bildgestaltung ergeben sich durch unterschiedliche Objektive vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Für mich sind folgende Punkte in Bezug auf Makroobjektive wichtig: 1. Der Arbeitsabstand zum Objekt, also welche naheste und welche weiteste Entfernung bietet das Objektiv bei welchem 2. Abbildungsmassstab. Sehr wichtig ist 3. Schärfe und hier insbesondere die Schärfe bei Offenblende. und wie gestaltet sich abhängig vom Abstand Objekt-Objektiv der Hintergrund. Also wie ist das Bokeh des Objektivs bei welcher Blende. Und letztlich sind 4. die Farbergebnisse wichtig. Übertrieben ausgedrückt wird die Linse für den Fotografen das, was für den Maler der Pinsel ist.

Vorgestellt wird im ersten Blog der Olympus Macro Tubus 65-116mm in Verbindung mit  folgenden Objektiven:

    • Zuiko Auto-Makro 1:1 MC 80mm 4.0
    • Zuiko Auto-Makro 135mm 4.5
    • Zuiko Auto-Makro MC 50mm 3.5

in späteren Blogs wird dann noch vorgestellt das

    • Zuiko Auto-T MC 85mm 2.0

Zur Übersicht eine Tabelle, die an eine im Handbuch des Tubus von Olympus abgedruckte Tabelle angelehnt ist und eine Übersicht über nutzbare Objektive gibt. Die Vergrößerungswerte zeigen den Mindest- (bei Tubuslänge 65mm) sowie den Höchstwert (bei Tubuslänge 116mm) bei maximal ausgefahrener Position des jeweiligen Fokusringes.

Tabelle Tubus Objektive

Wichtige Anmerkung zu den Maßangaben: Alle hier gezeigten Werte zu Vergrößerungsfaktoren und Arbeitsabständen sind keine genauen Angaben sondern Näherungswerte.

Zum Abbildungsmassstab im Micro-Four-Thirds System

Es tauchen immer wieder Fragen zur Beziehung zwischen Abbildungsmassstab und MFT auf, beispielsweise, ob der Abbildungsmassstab ebenso wie die Brennweite bei MFT sich verdoppelt. Durch einen Formatwechsel ändert sich der Abbildungsmaßstab nicht. Sowohl bei Kleinbildformat als auch bei MFT ist der Abbildungsmassstab gleich. 1:1 bleibt 1:1. Das bedeutet, das Original ist auf dem Sensor in Originalgröße abgebildet. Da aber ein MFT-Sensor kleiner ist, bleibt zwar ein Millimeter auch auf diesem Sensor 1 Millimeter. es passen aber weniger drauf. Letztlich entscheidend ist der Vergrößerungsmaßstab des fertigen Bildes am Monitor, auf Papier oder projiziert auf eine Leinwand. Die halb so große MFT-Aufnahme muß gegenüber Kleinbildformat für ein gleich großes Bild doppelt vergrößert werden. Und deshalb erscheint im Vergleich zum Kleinbildformat im Maßstab 1:1 auf MFT aufgenommenes Objekt doppelt so groß. Man kann sagen, dass der Maßstab 1:1 bei MFT äquivalent ist zum Maßstab 2:1 bei Kleinbild. Anders gesagt, kommt man beim kleineren Aufnahmeformat mit kleineren Abbildungsmaßstäben aus.

Wer es ganz genau wissen möchte und keine Scheu vor physikalischen Erklärungen hat, sollte diesen Link mit dem Thema Optische Gesetze Nahaufnahmen von Martin Biebel  anschauen.

Olympus Makro Tubus 65-116

Es gibt 2 Versionen des teleskopartig auseinanderziehbaren Tubus, der von 1980 bis 2003 gebaut wurde. Die frühe Version hat neben den mm-Angaben Markierungen für das  Zuiko Auto-Macro 1:1 MC 80mm F4.0  und das  Zuiko Auto-Macro 135mm F4.5. Die spätere Version hatte dann noch Markierungen für das Zuiko Auto-Makro 20mm F2.0 und das Zuiko Auto-Makro 38mm F2.8. Außer diesen vier speziellen Makrolinsen, die bis auf eine Version des Zuiko Auto-Makro 38mm F2.8 nicht direkt an der Kamera genutzt werden können, ist eine Reihe weiterer Objektive mit dem Tubus verwendbar (siehe Tabelle). Er ist durch sein Prinzip äußerst variabel und komfortabel einsetzbar und das  umständliche Wechseln von Zwischenringen entfällt. Über einen Adapter MFT-OM ist er an allen OMD Kameras nutzbar.

Zuiko Auto-Makro 1:1 MC 80mm 4.0

Lassen wir die Bilder sprechen. Die Aufnahmen wurden unter manueller Scharfstellung mit Fernauslöser und Stativ gemacht. Es sind jeweils vier Aufnahmen mit F3.5 (4.0, 4.5), F5.6, F8, F11) mit Tubuslänge  65mm sowie 116mm und mit Makrokonverter Raynox 150 und 250 angefertigt. Das Objektiv kann nur mit Tubus oder Balgen benutzt werden.

Zuiko Auto-Macro 135mm F4.5

Das Zuiko Makro 135mm reicht in der Entfernung von unendlich bis in den Nahbereich mit einem Mindestabstand von ca. 40cm ohne Vorsatzlinsen und mit Linsen bis zu ca. 8 cm. Es kann nur mit Tubus oder Balgen benutzt werden.

Zuiko Auto 50mm F3.5

Das Zuiko Makro 50mm ist ein „normales“ Makroobjektiv, kann aber auch direkt an der Kamera betrieben werden. Es leistet am Tubus gute Dienste, hat eine gute Schärfe mit weichem Bokeh auch bei geringen Hintergrundabständen und kräftige Farben. Aufgrund der Tiefe der Tulpenblüte mit zu geringen Abständen wurde der Tubus mit Vorsatzlinsen nur bei den Zollstockfotos eingesetzt. Bei den Blütenfotos wurden die Vorsatzlinsen ohne Tubus benutzt.